Eneuerbare Energien werden ab 2009 Pflicht

Ab Januar 2009 sind für Neubauten bis zu 50 Prozent des Wärmeenergiebedarfs durch erneuerbare Energien zu decken. Festgelegt ist dies im Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG), welches am 1. Januar 2009 in Kraft tritt. Bis 2020 sollen damit 14 Prozent des Gesamtwärmebedarfs in Deutschland durch Erneuerbare Energien gedeckt werden.  Das Gesetz wurde am 18. August 2008 im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Die Pflicht gilt nicht für:

  • Gebäude mit einer Nutzfläche bis 50 Quadratmetern,
  • Betriebsgebäude, die überwiegend zur Aufzucht oder zur Haltung von Tieren genutzt werden,
  • Betriebsgebäude, soweit sie nach ihrem Verwendungszweck großflächig und lang anhaltend offen gehalten werden müssen,
  • unterirdischen Bauten,
  • Unterglasanlagen und Kulturräumen für Aufzucht, Vermehrung und Verkauf von Pflanzen,
  • Traglufthallen und Zelten,
  • Gebäude, die dazu bestimmt sind, wiederholt aufgestellt und zerlegt zu werden, und provisorischen Gebäuden mit einer geplanten Nutzungsdauer von bis zu zwei Jahren,
  • Gebäude, die dem Gottesdienst oder anderen religiösen Zwecken gewidmet sind,
  • Vorhaben für die vor dem 1. Januar 2009 der Bauantrag gestellt oder die Bauanzeige erstattet ist.

Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder leichtfertig den Wärmeenergiebedarf nicht oder nicht richtig mit Erneuerbaren Energien deckt. Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu 50.000 Euro geahndet werden.

Das EEWärme-Gesetz setzt sich systematisch wie folgt zusammen: 

  1. die Nutzungspflicht: Eigentümer von Gebäuden, die neu gebaut werden, müssen erneuerbare Energien für ihre Wärmeversorgung nutzen. Diese Pflicht trifft alle Eigentümer (Ausnahmen siehe oben). Genutzt werden können alle Formen von erneuerbaren Energien. Anstelle des Einsatzes erneuerbarer Energien können auch andere, das Klima schonende, Maßnahmen durchgeführt werden (Haus stärker dämmen, Wärme aus Fernwärmenetzen beziehen oder Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplung nutzen).

  2. die finanzielle Förderung: Die Nutzung erneuerbarer Energien soll auch zukünftig finanziell gefördert werden, indem das bestehende Marktanreizprogramm, ein Förderinstrument der Bundesregierung, mehr Geld erhält.

  1. Wärmenetze: Das Gesetz erleichtert den Ausbau von Wärmenetzen. Es sieht vor, dass Kommunen auch im Interesse des Klimaschutzes den Anschluss und die Nutzung eines solchen Netzes vorschreiben können.

Folgende Mindestdeckungsanteile am Gesamtwämebedarf (Heizung, Warmwasser) müssen gemäß dem Gesetz bei der Nutzungspflicht von den folgenden Energieerzeugern erreicht werden:

  • Einsatz von Wärmepumpen > 50 %
  • Einsatz von Pellets-/Holzheizungen > 50 %
  • Einsatz von Pflanzenöl > 50 %
  • Einsatz von Biogas > 30 %
  • Einsatz von Solarthermieanlagen > 15 %
  • BHKW > 50 %
  • Nah-/Fernwärme > 50 %

Bei einem Einfamilienhaus bedeutet dies z.B. das bei Nutzung eines Pelletkessels eine Lager von ca. 10 bis ca. 15 m³ vorgehalten werden müsste. Bei Nutzung einer Solarthermieanlage erfüllt man die Anforderungen des EEWärmeG, wenn bei einem Wohnhaus mit max. 2 Wohneinheiten die Einstrahlfläche der Anlage mindestens 0,04 m² je m² Gebäudenutzfläche (EnEV 2007 Anlage 1 Pkt. 1.4.4) beträgt.

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