Grundstücke mit Altlasten - Risiken für Eigentümer

Für Eigentümer von Altlastverdachtsflächen ergeben sich möglicherweise erhebliche finanzielle Risiken. Bei Grundstückskäufen ist deshalb neben einigen anderen wichtigen Zustandsmerkmalen des betreffenden Grundstücks vor allem ein Augenmerk auf das Thema "Altlasten" zu richten, um nicht im Nachhinein durch leicht eruierbare Umstände Nachteile zu erleiden.  

Der Umgang mit den sogenannten „Altlasten“ vergangener Zeiten spiegelt die andere Seite des rasanten technischen und industriellen Fortschritts der letzten 100 Jahre wieder.
Eine Definition des Begriffes „Altlasten“ ist im Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) enthalten und beschreibt neben den ehemaligen Mülldeponien, die ehemals industriell oder gewerblich genutzten Grundstücke, auf denen mit umweltgefährdenden Stoffen umgegangen worden ist und von denen heute Gefahren für den Menschen oder die Umwelt ausgehen können. Allgemein können dies in der Regel u.a. Grundstücke sein auf denen sich Deponien, Tankstellen, Fabriken, LPGs, Autowerkstätten und Gruben befunden haben bzw. noch befinden. In Bitterfeld-Wolfen sind dies trotz bereits umfangreicher Aufarbeitungen noch Teile der ehemaligen Filmfabrik bzw. andere Bereiche im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen.
Für die systematische Erfassung von Altlastverdachtsflächen sind die unteren Bodenschutz- und Altlastenbehörden zuständig bzw. im Landkreis Anhalt-Bitterfeld das Amt für Umweltschutz.
Für potenzielle Grundstückskäufer ist es deshalb wichtig, sich genaue Kenntnisse über mögliche Umweltrisiken zu verschaffen, weil gleichzeitig mit dem Eigentumsübergang des Grundstückes der neue Eigentümer für die Beseitigung von Umweltgefahren haftbar gemacht werden kann. Zusätzlich das der Wert eines Grundstücks bei einem Altlastenverdachtsmoment  sinkt, wird die zuständige Behörde ohne ein Rangverhältnis denjenigen zu Maßnahmen verpflichten, der am schnellsten und besten zur Gefahrenabwehr in der Lage ist. Dies führt gerade bei ehemaligen Gewerbestandorten bei denen die Verursacher oft nicht mehr festzustellen sind dazu, dass zu Lasten des Eigentümers aufwendige und teure Sanierungsarbeiten durchgeführt werden.
Deshalb ist es unbedingt erforderlich sich vor dem Erwerb eines Grundstückes umfassend über die Flächen im sogenannten Altlastenkataster zu informieren bzw. zusätzlich durch vertragliche Regelungen eindeutige Aussagen bezüglich der Kostenübernahme bei Umweltrisiken zu treffen.

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