Dämmstoffe / Dämmmaterial

Dämmstoffe dienen dem Wärme- und Schallschutz von Böden / Decken, Wänden und Dächern. Es gibt sie in ganz unterschiedlichen Materialien (natürlich oder künstlich), Formen (z. B. Platten, Schüttgut, Fasern) und auch Preislagen. Da Wärme, d.h. hier in Form von warmer Luft, immer vom Warmen zum Kalten wandert, besteht die Funktion von Dämmstoffen darin, warme Luft soweit möglich am Weiterwandern zu hindern. Es geht darum, Luft selbst als sehr gut dämmenden Stoff durch die Konstruktion von möglichst vielen Lufthohlräumen einzusetzen. Indem sich in der kühlen Jahreszeit die warme Luft des Inneren (im Sommer kommt sie von außen) mit der etwas kühleren von tausenden Lufthohlräume mischen muss, wird sie aufgehalten, bzw. zwischengespeichert. So funktionieren Dämmstoffe auch als temperaturausgleichende oder -harmonisierende Schichten. Werden Dämmstoffe nass (z. B. durch die Dampfdiffusion aus dem Rauminnern), so verlieren sie zum einen ihre Dämmeigenschaften, zum anderen besteht je nach Dämmstoff die Gefahr, dass die durchfeuchteten Dämmstoffe verrotten.

In den Dämmeigenschaften (U-Werte) unterscheiden sie sich nur geringfügig, wohl aber sind die ökologischen Kosten (inkl. bei der späteren Entsorgung) und ihre Gesundheitsverträglichkeit unterschiedlich einzuschätzen: Generell sollte man hierbei den natürlichen Dämmstoffen den Vorzug geben, muss dabei aber z. B. bedenken, dass exotische Materialien weite, d.h. energieintensive Transportwege zurücklegen, und dass biologische Dämmstoffe öfter mit Insekten-, Pilz- und Brandschutzmitteln behandelt werden, die nicht in jedem Falle gesundheitsverträglich sind.

Die gebräuchlichsten Dämmstoffe:

Perlit ist ein mineralisches Schüttgut aus porigem, griechischen Vulkangestein, das nachträglich weiter expandiert wird. Es ist je nach Anwendungsgebiet nachbehandelt, z. B. imprägniert und eignet sich als Leichtzuschlag für Putze, Estriche und Mauermörtel, als Dämm- und Ausgleichsschüttung sowie zur Verfüllung von Hohlräumen in Dächern, Decken und Wänden. Der Baustoff ist nicht brennbar und resistent gegen Ungeziefer, allerdings auch nicht billig (vgl. Blähton).

Mineralfaserdämmstoffe: Stein- und Glaswolle werden mit Kunstharz gebunden und zu Platten, Matten oder Filzen verarbeitet. Sie sind geeignet für alle Anwendungsbereiche der Wärme- und Schalldämmung, verrottungsfest, beständig gegen Ungeziefer, Fäulnis und Schimmel und nicht brennbar. Glas- und Steinwolle werden energieintensiv hergestellt. Die Kunstharze können u.U. Formaldehyd ausgasen. Da ein Teil der Fasern lungengängige Maße haben kann, stehen Glas- und Steinwolle unter Verdacht, Krebs zu erzeugen (insbesondere beim Einbau). Eine Neuentwicklung mit verbesserter „Bio-Löslichkeit“ soll diesen Verdacht ausräumen. Der Vorteil von Glaswolle liegt neben ihrer Isolierfähigkeit und Robustheit darin, dass zu ihrer Herstellung bis zu 50 % Altglas eingesetzt wird.

Hartschäume (meist Polystyrol/Styropor- oder Polyurethan-Hartschäume): Hartschäume sind druckbelastbare Kunststoffe, unempfindlich gegen Feuchtigkeit, Schimmel, Fäulnis und Ungeziefer sowie schwer entflammbar. Sie werden energieintensiv hergestellt und im Brandfall entwickeln sie gefährliche Brandgase.

Schaumglas ist ein geschäumtes Silikatglas, das als geschlossenzellige Dämmplatten und -formteile für Flachdächer, Böden und Wände dient. Es ist extrem druckfest (auch für Wasserdruck) und formbeständig, diffusionsdicht sowie nicht brennbar. Wenn Schaumglas durch Punktbelastung zu Sand zerbröselt, gibt es giftigen, faulig riechenden Schwefelwasserstoff von sich, was insbesondere beim Einbau zu beachten ist.

Holzfaserdämmstoffe sind Dämmplatten aus Resthölzern (Abfall aus Sägewerken) mit Bindemitteln und ggf. Füllstoffen für Decken, Wände, Fußböden und Dächer. Sie sind normal bzw. schwer entflammbar. Zu achten ist darauf, dass die Platten frei sind von Belastungen, z. B. von Formaldehyd oder Holzschutzmitteln.

Altpapierdämmstoffe werden als Flocken (zum Einblasen in Hohlräume) oder Platten aus zerfasertem Altpapier hergestellt. Sie sind geeignet für Dächer, Wände und Decken, diffusionsfähig, normal entflammbar und beständig gegen Schimmel und Ungeziefer.

Korkdämmplatten werden aus geblähtem Korkschrot mit korkeigenen Harzen oder Bindemitteln zu Dämmplatten verarbeitet Sie eignen sich zur Wärmedämmung von Böden, Wänden und Dächern, sind diffusionsfähig und normal entflammbar.

Aufgrund ihrer Umwelt- und Gesundheitsverträglichkeit finden weitere Naturdämmstoffe ebenfalls Anwendung, wie z. B. aus Baumwolle, Schafswolle, Kokosfasern, Flachs oder Hanf. Aber auch aus umweltfreundlichen Dämmstoffen können im Brandfall gefährliche Gase entweichen, zumal wenn sie mit bestimmten Brandschutzmitteln behandelt wurden (siehe auch Brandgase).

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